Das bisherige Bundesliga-System ist Geschichte.

„Alles auf Anfang“ heißt es ab 2026 für die Segelflieger der Luftsportgemeinschaft Hersbruck. Noch im vergangenen Jahr war der Verein erstklassig unterwegs und belegte einen starken 9. Platz unter den besten 30 Vereinen Deutschlands.

Nun stehen die Pilotinnen und Piloten der eleganten weißen Gleiter vor einer völlig neuen sportlichen Ausgangslage.
Grund dafür ist eine Entwicklung, wie sie auch in anderen Sportarten wie z.B. dem Boxen bekannt ist: Parallel zur etablierten Segelflug-Bundesliga hatte sich seit 2022 eine zweite Wettbewerbsplattform entwickelt, an der sich zunehmend Vereine beteiligten. Mit Beginn der Saison 2026 wurde schließlich – nach einer Reihe eklatanter Managementfehler – der seit 25 Jahren bestehende Onlinecontest als Basis der Segelflug-Bundesliga eingestellt.

Für die Luftportgemeinschaft Hersbruck, die bisher nahezu ausschließlich auf der alten Plattform geflogen ist, bedeutet dies einen harten sportlichen Einschnitt. Der Verein muss im verbliebenen Ligasystem in der Regionalliga Bayern neu starten.

Während in den vergangenen Jahren Platzierungen im Mittelfeld ausreichten, um die Klasse zu halten, ist der Weg zurück in die Spitzenligen nun deutlich steiniger.
Denn: Nur der Meister der Regionalliga steigt direkt in die zweite Liga auf, der Zweitplatzierte muss in die Relegation. Der Dritte bleibt auf jeden Fall drittklassig. Angesichts der starken Konkurrenz in Bayern und der begrenzten Zahl aktiver Pilotinnen und Piloten in Hersbruck erscheint das Saisonziel „Aufstieg in die 2. Liga“ als äußerst ambitioniert.
Sportreferent Amir Treschau blickt dennoch kämpferisch nach vorn: „Uns ist bewusst, dass der Aufstieg kein Selbstläufer wird. Aber die LSG hat in der Vergangenheit immer wieder großen Einsatz gezeigt. Der Verein steht geschlossen hinter dieser Herausforderung. Wenn wir Wetterglück haben und dadurch möglichst keine Rundenausfälle verkraften müssen, werden wir unsere Chancen nutzen.“

Auch bei den Regeln müssen sich die Hersbrucker umgewöhnen: Wurde bisher ähnlich dem Radsport nur der schnellste 2-Stunden-Abschnitt eines Fluges gewertet, fließt nun zusätzlich eine Distanzwertung in die Gesamtpunktzahl ein. Diese macht zehn Prozent aus und belohnt besonders lange Streckenflüge. Unterschiede zwischen den Flugzeugtypen werden weiterhin über einen Leistungsindex ausgeglichen.

Gleich zum Auftakt am vergangenen Wochenende gab es allerdings in Runde eins für die Luftsportgemeinschaft nicht viel zu holen. Extrem schwache Thermik am Nachmittag ließ nur kurze und sehr langsame Flüge zu. Teilweise schafften es die Piloten nicht einmal mehr zurück nach Hersbruck. Währenddessen herrschten in Südbayern und in den Alpen deutlich bessere Bedingungen. Am Ende stand lediglich Rang zwölf zu Buche – ein Ergebnis, das noch deutlich Luft nach oben lässt auf dem Weg zum angestrebten Aufstieg.


Motiviert starten die Hersbrucker Segelflieger in die Saison, die allerdings auf Grund eines Wechsels
in ein neues Ligasystem große sportliche Herausforderungen bereithält.

Neustart für die Hersbrucker Segelflieger