
Nachdem ich mir für das letzte Wochenende den Bericht erspart habe, wir sind ja nicht geflogen, lief es diesen Sonntag wieder deutlich besser.
Die Wetterfrösche hatten für Franken gute Thermik und Basishöhen von max. 2200m vorhergesagt. Das Wetter sollte sich von NW her bessern, die Richtung für unseren Abflug stand also fest. Während des Aufrüstens schob sich dann eine bedrohlich wirkende schwarze Schauerwolke nördlich des Platzes vorbei. Stefan, der bereits startbereit im Flieger saß, bekam noch eine kleinen Dusche ab. Meine Eltern, die zu dieser Zeit mit dem Auto im Raum Holnstein unterwegs waren, berichteten von sintflutartigen Regenfällen, die eine Weiterfahrt nur im Schritt-Tempo erlaubten.
Eigentlich hatten wir vereinbart im Team zu fliegen, aber das Wetter machte uns nach dem Start einen Strich durch die Rechnung. Reinhard war vor dem Schauer Richtung Alfeld ausgewichen, Stefan und ich sahen nach dem Ausklinken nur die Möglichkeit uns möglichst rasch nach N abzusetzen. So waren wir leider alle als Einzelkämpfer unterwegs.
Es folgten schließlich noch Amir in der LS 4, Michael und Joachim und natürlich auch Ferdinand im Astir.
Bei anfänglich recht niedriger Basis bekam ich dann nördl. Pottenstein dicke Probleme. Die Bärte standen einfach nicht da, wo sie hätten sein müssen. In Windenstarthöhe entschloss ich mich meine Wassertanks zu leeren, um den schwachen Aufwind nicht ganz zu vergraulen. Unter mir sah ich einen Startplatz für Paraglider, die Piloten alle brav am Boden versammelt. Als ich dann 50m Höhe plus gemacht hatte, sprangen sie wie elektrisiert auf, und begannen mit ihrer Winde zu starten. Na super, dachte ich mir; da kämpft man um jeden Meter, und hat dann noch ein paar so Kurbelbremsen mit im Kreis. Ganz so schlimm kam es dann aber doch nicht, die blieben nämlich nicht hängen.
Über 20 Minuten später hatte ich mich dann wieder saniert, und konnte weiter Richtung Kronach. Allerdings ist nach so einer Beinahe-Außenlandung die Luft momentan ein bisschen raus, soll heißen, man fliegt zunächst deutlich vorsichtiger.
Stefan, der auch mit einem Absaufer zu kämpfen hatte, war mittlerweile bereits im Thüringer Wald, Reinhard hatte mich auch überholt und bei Lichtenfels gewendet um Richtung Osten zu fliegen. Wegen der guten Wetteroptik Richtung Thüringer Wald beschlossen Stefan und ich unser Glück dort zu versuchen. Aufgrund der Überentwicklungstendenzen blieben wir jedoch ab Kronach an der südwestl. Kante bei besserer Einstrahlung. Es lief recht ordentlich, bei Oberhof haben wir dann gewendet. Kurz vorher traf ich noch einen Pulk Bayreuther (Quax und Co.); überhaupt ist da oben immer sehr viel Segelflugverkehr, der zudem aufwindbedingt meist die gleichen Strecken entlangdonnert. Da wird das FLARM dann zur Lichtorgel.
Nach der Wende beschloss ich möglichst weit Richtung Osten vorzufliegen, während Stefan und Reinhard nochmals die Rennstrecke im Thüringer Wald wählten. Zwischenzeitlich trafen wir dann noch Amir, der auch dort oben unterwegs war, dann aber leider auf dem Heimweg bei Plech zu den Kühen musste.
Während Stefan dann den direkten Weg nach Hause wählte (er hatte seine 6 Strecken schon ausgenutzt), traf ich bei Weiden Reinhard. Gemeinsam folgten wir dann noch einer Wolkenstraße Richtung Schwandorf, die aber leider nicht mehr die erhofften Steigwerte brachte. Hier lag offensichtlich noch die feuchte Luftmasse des Morgens, bei schlechter Sicht und deutlich niedrigerer Basis. Der Heimweg war dann, trotz sehr starken Mückenbefalls, problemlos.
Der Lohn war dann mit einer Rundengeschwindigkeit von 287 km/h der 9. Platz und 12 Punkte. Damit liegen wir nach Runde 11 mit 51 Punkten auf Rang 23 der Tabelle.
Die weiteste Strecke des Wochenendes flog mit 425 km Reinhard, den höchsten Schnitt über die Gesamtstrecke erzielte Stefan mit 91 km/h.
So kann es ruhig weitergehen; hoffen wir, dass auch das Wetter weiterhin mitspielt.