Knapp daneben ist leider auch vorbei…

von Peter 28. Juli 2009

Am letzten Sonntag zeigte sich einmal mehr die alte Regel, dass ein hervorragender Segelflugwetterbericht oft nicht wirklich stimmt. Zum einen waren es die regional nicht unerheblichen Niederschlagsmengen des Vortages, die zunächst hohe Feuchte und eine entsprechend niedrige Basis verursachten. Und dann scheint sich auch noch ein bisschen Warmluft mit eingemischt zu haben; jedenfalls standen die Aufwinde nach Aussage der Streckenflieger nicht immer da, wo sie eigentlich hätten sein müssen.

Durch den guten Wetterbericht elektrisiert standen am Morgen erfreulich viele Piloten bereit, um Streckenkilometer zu sammeln und um Bundesligapunkte zu fighten. Reiner (CE) war vorsichtshalber sogar nach Altdorf ausgewichen, da unsere Startbahn am Morgen mal wieder ziemlich nass war.

Gemeldet haben schließlich 7 Piloten ihre Flüge, wobei Stefan mit 500 km die weiteste Strecke flog, knapp gefolgt von Reiner mit 499 km. Während die meisten in dem Gebiet zwischen Thüringer Wald und östl. Landesgrenze unterwegs waren, versuchte Reiner sein Glück Richtung Schwäbische Alb. Offensichtlich waren die angetroffenen Streckenflugbedingungen auf der Alb und im Gebiet nördl. Hersbrucks ziemlich gleich, da sehr ähnliche Streckenlängen und Schnittgeschwindigkeiten erreicht wurden (WM – CE).

Reinhard (403 km), Klaus Z. (379 km) und Michael (220 km) waren im Norden Hersbrucks unterwegs, und Joachim besuchte den Osten (Weiden).

Für die Bundesliga punkten konnten Stefan (95,67 km/h), Gunther (93,66 km/h) und Reiner (91,68 km/h), die mit einer Rundengeschwindigkeit von 281 km/h nur sehr knapp an einer besseren Platzierung vorbeischrammten.

Nur 9 Geschwindigkeitspunkte mehr (also 3 km/h) für jeden hätten uns in der Rundenwertung 5 Plätze weiter nach vorne gebracht. Schade, wenn bei allen Bemühungen auch noch Pech dazukommt, aber dafür klappt es dann beim nächsten Mal.

So konnten wir die Runde 14 mit einem 20. Platz abschließen,  in der Tabelle belegen wir jetzt mit 53 Punkten Platz 27. Für den Klassenerhalt müssen wir noch 4 Plätze und 22 Punkte aufholen; vielleicht gelingen uns ja während des Fliegerlagers mal wieder 1 oder 2 gute Runden!

Der Thüringer Wald ruft

von Peter 8. Juli 2009

Stefan

Nachdem ich mir für das letzte Wochenende den Bericht erspart habe, wir sind ja nicht geflogen, lief es diesen Sonntag wieder deutlich besser.

Die Wetterfrösche hatten für Franken gute Thermik und Basishöhen von max. 2200m vorhergesagt. Das Wetter sollte sich von NW her bessern, die Richtung für unseren Abflug stand also fest. Während des Aufrüstens schob sich dann eine bedrohlich wirkende schwarze Schauerwolke nördlich des Platzes vorbei. Stefan, der bereits startbereit im Flieger saß, bekam noch eine kleinen Dusche ab. Meine Eltern, die zu dieser Zeit mit dem Auto im Raum Holnstein unterwegs waren, berichteten von sintflutartigen Regenfällen, die eine Weiterfahrt nur im Schritt-Tempo erlaubten.  

Eigentlich hatten wir vereinbart im Team zu fliegen, aber das Wetter machte uns nach dem Start einen Strich durch die Rechnung. Reinhard war vor dem Schauer Richtung Alfeld ausgewichen, Stefan und ich sahen nach dem Ausklinken nur die Möglichkeit uns möglichst rasch nach N abzusetzen. So waren wir leider alle als Einzelkämpfer unterwegs.

Es folgten schließlich noch Amir in der LS 4, Michael und Joachim und natürlich auch Ferdinand im Astir. 

Bei anfänglich recht niedriger Basis bekam ich dann nördl. Pottenstein dicke Probleme. Die Bärte standen einfach nicht da, wo sie hätten sein müssen.  In Windenstarthöhe entschloss ich mich meine Wassertanks zu leeren, um den schwachen Aufwind nicht ganz zu vergraulen. Unter mir sah ich einen Startplatz für Paraglider, die Piloten alle brav am Boden versammelt. Als ich dann 50m Höhe plus gemacht hatte, sprangen sie wie elektrisiert auf, und begannen mit ihrer Winde zu starten. Na super, dachte ich mir; da kämpft man um jeden Meter, und hat dann noch ein paar so Kurbelbremsen mit im Kreis. Ganz so schlimm kam es dann aber doch nicht, die blieben nämlich nicht hängen.

Über 20 Minuten später hatte ich mich dann wieder saniert, und konnte weiter Richtung Kronach. Allerdings ist nach so einer Beinahe-Außenlandung die Luft momentan ein bisschen raus, soll heißen, man fliegt zunächst deutlich vorsichtiger.

Stefan, der auch mit einem Absaufer zu kämpfen hatte, war mittlerweile bereits im Thüringer Wald, Reinhard hatte mich auch überholt und bei Lichtenfels gewendet um Richtung Osten zu fliegen. Wegen der guten Wetteroptik Richtung Thüringer Wald beschlossen Stefan und ich unser Glück dort zu versuchen. Aufgrund der Überentwicklungstendenzen blieben wir jedoch ab Kronach an der südwestl. Kante bei besserer Einstrahlung. Es lief recht ordentlich, bei Oberhof haben wir dann gewendet. Kurz vorher traf ich noch einen Pulk Bayreuther (Quax und Co.); überhaupt ist da oben immer sehr viel Segelflugverkehr, der zudem aufwindbedingt meist die gleichen Strecken entlangdonnert. Da wird das FLARM dann zur Lichtorgel.

Nach der Wende beschloss ich möglichst weit Richtung Osten vorzufliegen, während Stefan und Reinhard nochmals die Rennstrecke im Thüringer Wald wählten. Zwischenzeitlich trafen wir dann noch Amir, der auch dort oben unterwegs war, dann aber leider auf dem Heimweg bei Plech zu den Kühen musste. 

Während Stefan dann den direkten Weg nach Hause wählte (er hatte seine 6 Strecken schon ausgenutzt), traf ich bei Weiden Reinhard. Gemeinsam folgten wir dann noch einer Wolkenstraße Richtung Schwandorf, die aber leider nicht mehr die erhofften Steigwerte brachte. Hier lag offensichtlich noch die feuchte Luftmasse des Morgens, bei schlechter Sicht und deutlich niedrigerer Basis. Der Heimweg war dann, trotz sehr starken Mückenbefalls, problemlos.

Der Lohn war dann mit einer Rundengeschwindigkeit von 287 km/h der 9. Platz und 12 Punkte. Damit liegen wir nach Runde 11 mit 51 Punkten auf Rang 23 der Tabelle.

Die weiteste Strecke des Wochenendes flog mit 425 km Reinhard, den höchsten Schnitt über die Gesamtstrecke erzielte Stefan mit 91 km/h.

So kann es ruhig weitergehen; hoffen wir, dass auch das Wetter weiterhin mitspielt.

Vorankündigung: Fluglager

von Lukas 7. Juli 2009

Fluglager im August

Unser jährliches Fluglager wird auch dieses Jahr wieder in den ersten beiden Augustwochen in Hersbruck stattfinden. Diese Tradition bedeutet, dass sich die Piloten der Hersbrucker Luftsportgemeinschaft zu einem zweiwöchigem Zeltlager und zum gemeinsamen Flugbetrieb treffen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück und der ausführlichen Wetterprognose für den Tag können wir uns den ganzen Tag der Fliegerei widmen. Während dieser wird die Ausbildung unserer Flugschüler ganz weit vorne stehen. Denn gerade durch die tägliche Wiederholung der Flugübungen machen sie Schüler in den beiden Wochen die größten Fortschritte und können beispielsweise das erste Mal allein und ohne Fluglehrer fliegen. Doch auch die Scheininhaber sollen nicht zu kurz kommen. Von einem kleinen Entspannungsflug in der näheren Umgebung bis hin zu tagesfüllenden Streckenflügen ist bestimmt wieder alles möglich. Abends gibt es ein gemeinsames Abendessen, bevor wir den Tag bei Lagerfeuer, Gitarrenmusik und einem kühlen Bier ausklingen lassen.

Die Teilnehmer treffen sich am Freitag den 31. Juli nachmittags, um die Zelte aufzubauen, sämtliches Equipment zu checken und die Kühlschränke aufzufüllen.

Im Team zum Erfolg

von Peter 23. Juni 2009

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Das vergangene Wochenende brachte für uns gleich zwei sportliche Erfolge:

Stefan konnte den Wettbewerb auf Burg Feuerstein mit einem Tagessieg beenden; ich denke ein sehr positiver Ausklang. Damit konnte er in der Gesamtwertung einen guten vierten Platz belegen (mit nur 22 Punkten Rückstand auf den 3. Platz).

Das Wetter war in der vorhergehenden Wettbewerbswoche ja nicht so toll, und auch der letzte Tag hatte für die Teilnehmer auf Burg Feuerstein einige Hürden eingebaut. Während wir von Hersbruck aus in relativ gutem Wetter unterwegs waren (sobald es schlechter wurde, drehten wir einfach um), kämpfte Stefan bei der vorgegebenen Aufgabe mit Schauern und Abschirmungen. Aufgrund der regional recht schwierigen Bedingungen konnten am 5. und letzten Wertungstag nur 2 Piloten die Aufgabe vollenden und wieder am Feuerstein landen.

Der zweite Erfolg war endlich mal wieder ein guter Platz in der Rundenwertung der Bundesliga. Der Wetterbericht hatte für unser Gebiet gutes Segelflugwetter prognostiziert, das dann im Prinzip auch so eintraf. Der Haken an der Sache war allerdings, dass es regional auf kleinstem Raum sehr große Unterschiede gab. Wie oben bereits erwähnt, waren manche Gebiete durch Überentwicklungen und Schauer nach relativ kurzer Zeit dicht; an anderer Stelle erschwerten riesige Abschirmungen der auseinandergelaufenen Wolken die Thermikentwicklung.

Um das Wetterfenster optimal auszunutzen flogen Gunther, Reinhard und ich nach N ab, Gunther war alleine ein Stück voraus Richtung Fichtelgebirge unterwegs. Reinhard und ich flogen im Team zunächst gegen den Wind Richtung NW, bis uns bei Lichtenfels ein dichter Schauer zur Umkehr zwang. Dann bretterten wir mit Rückenwind zurück nach Osten in das bessere Wetter, wobei wir auch einzelnen Wolkenaufreihungen folgen konnten. Auf der Höhe von Weiden, kurz vor der Grenze zu Tschechien, war das Glück dann vorbei und die Schauer zwangen uns erneut zur Umkehr..Also einfach noch einmal zurück Richtung Fichtel, bis zum nächsten Schauer. Und weil es so schön war wieder zurück bis über die tschechische Grenze bei Waidhaus. Dabei trafen wir dann auch ab und zu Gunther, der offensichtlich einen ähnlichen Weg gewählt hatte.

Da wir damit unser Bundesligasoll erfüllt hatten, beschlossen wir den Rückweg möglichst entspannt über Weiden und südlich Grafenwöhr anzutreten. Und dann zeigte mir Reinhard über Weiden noch einen Aufwind, der diesen Namen mehr als verdient hatte. Ich habe es bisher selten erlebt, dass der Integrator 5,4 m/s anzeigt; und das nicht nur kurz, sondern mehrere Kreise lang. Reinhard hatte noch ein bisschen besser zentriert, das Ergebnis für ihn war ein Höhengewinn von 1200m mit integrierten Steigwerten von 4,3 m/s.

Der Heimflug war entsprechend problemlos, nach über 400 km erreichten wir alle wieder Hersbruck. Der Lohn dafür war eine Rundengeschwindigkeit von 295 km/h, die uns Platz 3 und 18 Punkte bescherte. Jetzt liegen wir in der Tabelle mit Rang 25 zwar immer noch auf einem Abstiegsplatz, konnten aber den Punkteabstand nach vorne deutlich verringern.

So könnte es weitergehen!

Hersbruck-TV ist online

von Stefan (Admin) 22. Juni 2009

Hersbruck-TV ist online

Nun ist es soweit. Hersbruck-TV ist online! Und wir können es kaum glauben - der Film unserer Fliegerjugend über das Segelfliegen und die LSG Hersbruck ist der erste Beitrag, der beim Start der Website zur Verfügung gestellt wurde:

Link zu Hersbruck-TV

Pfingstfluglager in Hersbruck

von Ferdi 22. Juni 2009

Pfingstfluglager in Hersbruck

“Intensives Schulen” und “Ausspannen mit Gleichgesinnten” hieß es im Pfingstfluglager der LSG Hersbruck.
Obwohl unsere Gäste aus Burghausen bereits am Mittwoch Nachmittag eintrafen, war der erste Flugtag wegen der durchziehenden Kaltfront für Freitag angesetzt. Trotz der schlechten  Wettervorhersage freuten sich alle auf eine Premiere: Der Bauwagen der Fliegerjugend wurde gleich mit fünf Leuten eingeweiht und bot uns eine geniale und vor allem trockene Übernachtungsmöglichkeit.
Den verregneten Donnerstag verbrachten die meist jugendlichen Teilnehmer in der Therme in Hersbruck.
Für Speis und Trank für das Wochenende war ebenfalls bestens gesorgt – Helmuth, unser jung gebliebener Eventmanager hatte für das Minifluglager an alles gedacht. Mit erfrischenden Duschen in den Räumen des SV Eintracht Hersbrucks bis hin zum abendlichen Lagerfeuer waren perfekte Grundlagen für das Fliegen geschaffen. Der sehr windige Freitag war zwar fliegerisch schwierig für unsere Schüler und ermöglichte unseren Burghausenern Scheinpiloten Christian und Monika noch keine fränkischen Bärte, umso größer war jedoch die Vorfreude am Abend auf den Folgetag mit Aussichten auf Kaltluft.
Neben Bundesligaflügen am Samstag und einigen Passagierstarts am Sonntag gelang es dennoch, die Schulung gut in den Betrieb zu integrieren.
Das Pfingstfluglager hat einen Vorgeschmack auf zwei Wochen Augusturlaub am Flugplatz gegeben, hat den Kontakt zur Segelflugsparte des SV Wacker vertieft und hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht.

 Pfingstfluglager in Hersbruck Pfingstfluglager in Hersbruck Pfingstfluglager in Hersbruck

Pfingstfluglager in Hersbruck Pfingstfluglager in Hersbruck Pfingstfluglager in Hersbruck

Pfingstfluglager in Hersbruck Pfingstfluglager in Hersbruck Pfingstfluglager in Hersbruck

Auf schöne Flüge im Sommer
Ferdinand Harries

Tolle Leistung nicht belohnt

von Peter 3. Juni 2009

Am vergangenen Sonntag standen wir wieder in den Startlöchern, um Strecken- und Bundesligapunkte zu  ergattern.

Ausnahmsweise hatte der Wetterbericht diesmal Recht, die angekündigte Abschirmung aus NO stellte sich wirklich pünktlich ein. Ansonsten herrschten, abgesehen von einer recht niedrigen Basis, aber gute Segelflugbedingungen. Die tiefe Basis sind wir ja mittlerweile gewöhnt, den stärkeren Wind, diesmal aus NO mit ca. 25 km/h, auch.

Der Plan war, einen möglichst langen Rückenwindschenkel in den Flug einzubauen um dadurch etwas flotter voranzukommen.

Dies hat am besten unser Gunther umgesetzt, der zunächst nach O Richtung Nittenau-Bruck abflog, um dann zu wenden und mit Rückenwind südl. Hohenfels Richtung Schwäbische Alb zu donnern.  Dort traf er offensichtlich auf gute Bedingungen, wie seine Gesamtstrecke von 490 km zeigt. Sein Heimweg war dann noch mit einigen Tiefpunkten garniert, die keine Langeweile aufkommen ließen. Damit flog er über doppelt so weit als ich, und erreichte einen Bundesligaschnitt von 100,8 km/h, also knapp 20 km/h mehr als ich! Wirklich eine Super-Leistung, die leider in der Endabrechnung wieder nur mit 1 Punkt belohnt wurde.

Ich selbst bin im Team mit Michael zuerst ein Stück nach N Richtung Pegnitz, um dann ebenfalls mit Rückenwind nach Westen abzuschwenken.

Bei einer Basis von ca. 1200 m erreichten wir schließlich eine Wolkenaufreihung, die mich für den weiteren Flug recht optimistisch stimmte. So ganz rund lief es dann aber leider nicht. Bei ca. 100 km Distanz zur Heimat wendeten wir schließlich, um dann ab Burg Feuerstein voll von der Abschirmung erwischt zu werden. So mussten wir nach S unter den Deckel von Nürnberg ausweichen um noch etwas Sonne zu erwischen. Bei Lauf-Lillinghof konnten wir dann mit 200m plus unseren Endanflug beginnen, wegen der dazwischenliegenden Höhenrücken landschaftlich recht reizvoll. 

Insgesamt meldeten am Sonntag 6 Piloten der LSG ihre Flüge, die Strecken reichten von 230 km / 80 km/h (Michael und ich), über 326 km / 76 km/h (Reinhard) und 362 km / 74 km/h (Stefan) bis zu den 488 km / 75 km/h von Gunther.    

Stefan war in dem Gebiet zwischen Bayreuth und Aalen unterwegs, Reinhard zwischen Bayreuth, Weiden und Eichstätt.

Mit unseren Flügen (Gunther 100,8 km/h, Stefan 84,9 km/h und ich mit 81 km/h) belegten wir Rang 22 der Runde 6, und bekamen dafür 1 Punkt. In der Tabelle liegen wir jetzt mit 19 Punkten Rang 25.

Schade, dass es nicht ein paar Pünktchen mehr geworden sind; aber vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.

Einmal Wartburg und zurück

von Peter 28. Mai 2009

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Foto: Lukas Grams

Das letzte Wochenende ist gelaufen, und stand einmal mehr im Zeichen wechselnder Luftmassen. Während wir am Samstag (lt. Vorhersage) großteils noch mit frischer Kaltluft rechnen konnten, sah es für den Sonntag bei zunehmender Warmluftzufuhr wesentlich schlechter aus. Die Warmluft mischte dann aber bereits am Samstag kräftig mit, und machte die Aufwindsuche nicht unbedingt einfach. Trotzdem konnte man, wenn man es schaffte nur die stärksten Aufwinde anzunehmen, recht ordentliche Schnitte fliegen. Die selektive Aufwindsuche war allerdings bei Basishöhen von 1200 m über Hersbruck schwierig.

Der Windrichtung und Wetteroptik entsprechend, beschlossen wir zunächst nach N abzufliegen (Stefan, Gunther, Reinhard und ich), Richtung Fichtelgebirge. Da der Thüringer Wald recht verlockend aussah, versuchten wir unser Glück in dieser Richtung, rückblickend der richtige Entschluss.

So flogen wir dann bei niedriger Basis aber teilweise doch recht ordentlichen Steigwerten die Kante des Thüringer Waldes Richtung Kronach - Suhl - Eisenach entlang. Stefan, der deutlich voraus war wendete schließlich über der Wartburg, und sammelte mich beim Rückflug wieder ein. Gunther und Reinhard hatten ebenfalls gewendet und so ging es denselben Weg wieder zurück. Irgendwie verloren wir uns dann aber aus den Augen; bei dem starken Verkehr über dem Thüringer Wald kein Wunder, da fliegt man schnell einmal dem falschen Flieger hinterher.

So traten wir als Einzelkämpfer den Rückflug Richtung Fichtelgebirge – Weiden an. Stefan flog noch etwas weiter Richtung Grenze. Hier im Weidener Raum machte sich der Warmlufteinfluss schon recht deutlich bemerkbar, Abtrocknung und schlechtere Steigwerte waren die Folge. Schließlich schafften wir aber doch den Rückflug ohne größere Schwierigkeiten, die vereinzelten Wolkenfetzen trugen erstaunlich gut. Stefan hatte seinen Wasserballast sogar wieder mit nach Hause gebracht.

Der direkte Weg vom Fichtelgebirge nach Hause war offensichtlich schlechter; Amir, der sich im Cirrus den Umweg über Weiden ersparen wollte, musste leider bei Pegnitz neben der Autobahn auf den Acker.

Die Bilanz des letzten Samstags: 7 gemeldete Flüge, mit Strecken zwischen 150 (Horst im Spatz) und 514 km (Stefan).

Und endlich konnten wir mal wieder ordentlich für die Bundesliga punkten; das Team Stefan (100 km/h), Reinhard und ich (je 92 km/h) schaffte Rang 9 mit 12 Punkten in Runde 5. Damit hat die LSG Hersbruck einige Plätze gutmachen können, und liegt jetzt mit 18 Punkten auf Rang 23 der Tabelle. Vielleicht können wir ja am kommenden Wochenende noch ein paar Pünktchen mehr einsammeln; das Wetter dürfte jedenfalls wieder mitspielen.  

Der Link direkt zum Flug von Stefan im OLC

Alles Banane oder was?!

von Stefan (Admin) 25. Mai 2009

Wir Segelflieger lernen unsere bayerische Heimat kennen

Eine Fortsetzung aus der Reihe “Wir Segelflieger lernen unsere fränkische Heimat kennen” von Amir Treschau:

Samstag, 23.05., einzelne flache Cummuli am fränkischen Himmel, der Wind umlaufend, wir schieben um kurz nach elf unsere Flieger zum Start nach Osten. Peter, Stefan Gunther, dann bin ich an der Reihe.

1. Versuch, der Schlepp geht so in 350m mitten durch einen ordentlichen Bart am Michelsberg, ich bleibe hängen bis Hohenstadt, ausklinken in ca. 600m…. und zurück zum Platz geht¹s mit leicht vermindertem Eigensinken. Die Stille im Cockpit wird nur gelegentlich durch einen derben Fluch unterbrochen.

2. Versuch, jetzt ist es bereits nach halb eins, diesmal, der Meister wird gedacht haben, ich spinne, ignoriere ich wieder hartnäckig gutes Steigen an oben genannter Stelle, lasse mich auf gut 800m schleppen. Und, voila, es kann losgehen. Vorbei an Lillinghof, dem Walberla, über den Feuerstein auf Nordkurs. Der Weg ist gut gezeichnet, ich finde eine tragende Linie bis Coburg. Von dort aus steigt die Basis, die ich allerdings nicht allzu oft erreiche, auf ca. 1850m msl über dem Thüringer Wald. Gunther meldet seine Wende bei Suhl, Stefan fliegt bis zur Wartburg.

Wir Segelflieger lernen unsere bayerische Heimat kennen

Mittlerweile hungrig geworden, auch der segelnde Mensch lebt nicht nur von aufsteigender Luft und Liebe, greife ich zu einer Banane. An dieser Stelle will ich vorausschicken, dass ich zu Hause immer ordentlich den Müll trenne und ich mich auch in weitaus weniger essentiellen Belangen des bürgerlichen Lebens für einen gesetzeskonformen Menschen halte. Und da der Segelflug ja ohnehin eine ziemlich saubere Sache ist, wir lassen ja gelegentlich nur etwas Wasser ab, denke ich mir, so eine Biobananenschale wird doch ganz sicher nicht das ökologische Gleichgewicht des Thüringer Waldes ins Wanken bringen, also raus damit. Leider bekam ich im Anschluss keine Gelegenheit, diese These wissenschaftlich zu verifizieren. Unmittelbar nach dem Rauswurf nämlich durch ein penetrant-hochfrequentes “Tac-Tac-Tac …” aufgeschreckt nach hinten blickend, entdecke ich meine Schale, wie sie sich in perfektem Formschluss um die Profilnase an die Flächenwurzel schmiegt. Es folgen eine Reihe von Flugfiguren, die an die verzweifelten Bemühungen eines Rodeopferdes erinnern, welches danach trachtet, sich seiner unliebsamen Reiterschaft zu entledigen. Gebracht hat das außer einem deftigen Höhenverlust freilich nix. Gut - fliegste halt einfach weiter, was denn auch sonst. Außerdem: Individualität ist doch heutzutage Pflicht - oder, um es im Idiom zeitgemäßer Jugendkultur auszudrücken “Pimp your Sailplane” - gegen langweilige weiße Kunststofftristesse … Weiter flogen wir, d.h. die Bananenschale, der Cirrus und ich nach Suhl, wo wir wendeten und halbwegs flott zurück zum Fichtelgebirge segelten. Dort, kurz vor halb fünf im Südwesten angekommen, entschied ich mich, nicht mehr wie Reinhard vor mir Grafenwöhr im Osten zu umrunden, sondern den direkten Heimweg nach Hersbruck anzutreten. Mittlerweile war vor mir im gesamten Süden der Himmel abgetrocknet. Südöstlich Bayreuth konnte ich noch mal auf knapp 1200m über Platz steigen und flog mit meiner Bananenschale weiter in Richtung Veldensteiner Forst. Auf dem Weg dorthin lokalisierte ich zwar zielsicher länger anhaltendes Saufen von 2 - 3 Metern, allerdings ohne dafür das zugehörige Steigen zu finden. Der Boden kam unaufhaltsam näher und so war das Spiel um Punkt fünf Uhr 31,4 km vor Hersbruck auf einem Acker westlich Pegnitz zu Ende.

Nette Gesellschaft von 1 Motorradfahrer, 2 Pferden, 5 Kindern nebst Eltern vertrieb mir bis zur Ankunft von Tanja und Lukas die Zeit. Abbauen, in Pegnitz Eis essen und um acht Uhr wieder am Platz eintreffen rundeten meinen Flugtag mit 250 km und einem 60iger Schnitt in angenehmer Weise ab.

Ach ja, die Bananenschale: So hartnäckig sie sich auch über gut zwei Stunden hielt, verabschiedete sie sich wohl im Anflug bei gezogenen Bremsen. Übrig blieben nur einige Fasern, die ich Lukas am Flächenklebeband zeigen konnte.
Epilog: Wenn der Cirrus mit Dekoration immer noch gut fliegt, meint ihr dann nicht auch, dass es die Jungs von der “Rennfraktion” mit ihren Fliegenputzern etwas übertreiben?! ;-)

Amir Treschau

Der Link direkt zum Flug im OLC

Samstag Kaltluft, Sonntag Warmluft

von Peter 19. Mai 2009

Damit ist die Wetterentwicklung des vergangenen Wochenendes eigentlich schon ganz gut beschrieben. In der Nacht zum Samstag zog eine Kaltfront durch, die frische Kaltluft, aber leider auch starke Niederschläge mit sich brachte, die fast die ganze Nacht anhielten.

Die Folge war ein stark aufgeweichter Flugplatz, der Starts am Samstag unmöglich machte, und eine klare frische Luftmasse, deren Cu-Wolken aber aufgrund der hohen Feuchte zu Ausbreitungen und Abschirmungen neigten. Der Samstag war also schon mal nix (außer wenn wir auf einen fremden Platz ausgewichen wären). Blieb also noch der Sonntag; Wetterbericht war auch recht optimistisch; trockene Warmluft, gute Thermik bis 2500 m über den östlichen Mittelgebirgen, 1-2/8 CU. Hörte sich doch ganz gut an, oder? 

Leider scheint aber beim Wetterdienst der Profi in Urlaub gewesen zu sein, und der Stift die Prognose erstellt zu haben; es war nämlich grauenhaft! Obwohl mit 6 Piloten angetreten, brachten wir es nicht fertig aus dem Gleitbereich des Platzes herauszufliegen. Eine absolut stabile Wetterlage, gekennzeichnet durch eine deutlich sichtbare Inversionsschicht. Ich selbst schaffte es gerade mal, 800 m über Hersbruck zu erreichen, und auch das nur nach hartem Kampf mit den Elementen. Gerüchten zufolge, sollen einige meiner Mitstreiter sogar 1000 m erreicht haben! Aber viel weiter als Hartmannshof Steinbruch und zurück sind sie leider auch nicht gekommen. Gegen 18:00 Ortszeit führte eine herannahende Kaltfront erneut zu Labilisierung; für uns leider viel zu spät.

 Aber wir haben es wenigstens probiert, und müssen uns nicht vorwerfen eine Chance verpasst zu haben. Bestimmt klappt es am kommenden Wochenende.